Klang und Poesie im Raum der Stille: "Nichts gibt so sehr das Gefühl der Unendlichkeit als wie die Dummheit"
01.06.2018
Ödön von Horvath zum 80. Todestag
Am 1. Juni jährt sich der Todestag des Schriftstellers und Dramatikers Ödön von Horváth zum 80sten Mal. Der Sohn eines ungarischen Diplomatenehepaares – geboren 1901 in Fiume/Rijeka – bezeichnete es als großen Vorteil keine Heimat gehabt zu haben: Derart durchmischt und durchrasst machte Horváth im Berlin der 1920er Jahre Karriere. Seine Volksstücke – Geschichten aus dem Wiener Wald, Italienische Nacht, Kasimir und Karoline, um nur die bekanntesten zu nennen – machten ebenso Furore wie seine Romane „Jugend ohne Gott“ und „Der ewige Spießer“.
Die Nationalsozialisten beendeten zwar seine Karriere in Deutschland, doch auch im Exil hatte er Erfolg. Sein plötzlicher Tod in Paris – ein Gewittersturm knickt auf den Elysischen Gefilden, vulgo Champs Elysées, einen Ast, der Horváth tötet, könnte die Regieanweisung aus einem seiner Dramen sein. Ulrich Schmidt zeigt einen Menschen, der alles war, bloß kein ewiger Spießer.
Ulrich Schmidt: Konzept und Moderation; Georg Luibl, Heidemarie Bhatti-Küppers: Rezitation; Matthias Klause-Gauster: Klavier